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Was für eine verdrehte Welt: In Paris sterben ca. 132 Personen bei Attentaten, und die ganze Welt ist entsetzt. Jedes Jahr sterben mindestens 15.000 Menschen an multiresistenten Keimen (Das entspricht rund einem Anschlag pro Woche in der Dimension von Paris), und fast niemand redet darüber. … ???

 

Ich finde Attentate sind schreckliche Verbrechen und müssen bekämpft werden, aber ebenso schrecklich finde ich es, dass Politiker mit Schweigen, Untätigkeit oder gar Subventionen eine Massentierhaltung unterstützen, die multiresistente Keime geradezu züchtet…

 

Hintergründe

Sehr gute Hintergrundinformationen zum Thema finden Sie u.a. hier: http://www.zeit.de/thema/multiresistente-erreger

Und die Zusammenhänge mit der „modernen“ Massentierhaltung werden hier dargestellt:

http://www.zeit.de/wissen/2014-11/keime-antibiotika-krankenhauskeime-schweinmast

 

Und ein kleiner Erfolg:

“Am 10.3.2016 hat das Europäische Parlament über die neue Tierarzneimittelverordnung abgestimmt. Der Beschluss enthält wichtige Verbesserungen gegenüber dem ursprünglichen Entwurf der EU-Kommission.” (Quelle: Umweltinstitut München e. V. Newsletter vom 18.3.2016)

http://www.umweltinstitut.org/aktuelle-meldungen/meldungen/erfolg-gegen-antibiotika-im-stall.html

 

Wichtig ist:

  • Unsere aktuell gültigen Tierschutzgesetzte müssen auch für sog. Nutztiere gelten.
  • Ein Verbot des Einsatzes von Reserveantibiotika in der Tiermast.
  • Ein Verbot der Vergabe von Medikamenten an gesunde Tiere.
  • Eine Trennung des Arzneimittelverkaufs von der tierärztlichen Behandlung.
  • Der Verkauf von Tierarzneimitteln im Internet muss verboten werden.
  • Eine Befristung der Zulassung von Tierarzneimitteln.
  • Eine Kontrolle von Rückständen aus Tierarzneimitteln im Grundwasser.
  • Die Zulassung von Impfstoffen, die gentechnisch veränderte Bakterien oder Viren enthalten sollte verboten werden.

Klar, kranke Tiere müssen behandelt werden. Doch allzu häufig sind es die katastrophalen Zustände in der Massentierhaltung, die die Tiere krankmachen. Deshalb kann nur eine strengere Regulierung und Extensivierung der Tierhaltung die Tiere und uns Menschen dauerhaft gesund halten.